Staatsorchester Rheinische-Philharmonie Koblenz

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Pressespiegel

16.05.2017 // „Ein Jahr ohne Chefdirigent: Spannend war’s!“

Das letzte Saisonkonzert der Anrechtsreihe des Musik-Instituts Koblenz, der größten Klassikreihe der Region, ist vorbei. Ermüdungserscheinungen auf der Bühne oder im Saal: Fehlanzeige. Das Finale war ausverkauft, auch bei den vorigen Konzerten war die Rhein-Mosel-Halle ausnahmslos gut gefüllt.

Und das, obwohl – oder vielleicht sogar weil? – für acht Abende eine Carte blanche mit Inhalt zu füllen war: In einer Saison, in der die Rheinische Philharmonie ohne Chefdirigenten auskommen musste, standen so viele verschiedene Leitungspersönlichkeiten am Pult wie selten. Hat das funktioniert? Ist die Rheinische willens und flexibel genug, in kurzer Zeit mit ganz unterschiedlichen Dirigenten zurechtzukommen – und könnte daraus sogar ein Mehrwert entstehen? Ja, ja und ja lautet die kurze wie auch erfreuliche Antwort.

Da macht auch das Saisonfinale keine Ausnahme: Wayne Marshall, vielseitig gefragter Pianist, Organist und Dirigent, gilt als Spezialist für amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts – und dieser Ruf eilt ihm zu Recht voraus. Als Rausschmeißer der Anrechtssaison waren Werke von Copland, Gershwin und Bernstein ausgewählt: beileibe nichts Leichtgewichtiges, wenn man es denn zu interpretieren weiß wie Marshall und die Rheinische. Der sich zurückhaltend und bescheiden präsentierende Dirigent und das ausnehmend hoch motivierte Orchester legen schon in der überraschenden Eröffnung die Messlatte hoch: Aaron Coplands kleine Preziose, eine Suite aus der Filmmusik zu „Our Town“ („Unsere kleine Stadt“) nach Thornton Wilders Drama, fängt dessen Sphären zwischen der Banalität des Alltags und dem Reich der Toten in Musik ein – mit vordergründig einfacher, oft unisono geführten Orchesterstimmen und wenigen, dafür markanten Aufschwüngen.

Ein kommunikationsfreudiges Publikum mit diesem Werk in kürzester Zeit zu bannen, ist ein Kunststück an sich – vor allem, weil es Marshall ohne jedes Artistikmätzchen am Pult vor allem durch präzise Dynamikverschiebungen gelingt. Wie hier Klangflächigkeit durchs Orchester wandert, gemeinsame Streicherbogenstriche genutzt und akzentuiert werden – das lässt aufhorchen. Und ebenso bemerkenswert geht es weiter an diesem Abend.

Die Pianistin Katharina Treutler bringt für ihre beiden Gershwin-Einsätze nicht nur enorme Kraft und Ausdauer mit, sondern auch den Mut, akademische Präzision einem größeren Klang- und Stimmungsbogen zur Dienerin zu machen: Das gelingt im Klavierkonzert George Gershwins schon überaus bemerkenswert und kulminiert in seiner berühmten „Rhapsody in Blue“. Die Bravorufe folgen berechtigt, auch für den unaufgeregt souveränen Solo-Klarinettisten. Muss man noch erklären, warum die Rheinische rhythmische Finessen und Jazzgefühl vor wenigen Jahren nicht annähernd so gut wie heute hätte absolvieren können? Kurzum: Dem Mitwirken vieler Musiker im Rhine Phillis Orchestra, dem Jazzorchester der Rheinischen, ist es zu danken.

In Leonard Bernsteins „Symphonic Dances“ aus „West Side Story“ den fünf Percussionisten bei der schweißtreibenden Arbeit zuzusehen, die frappierenden Bläsersoli zu genießen und von kammermusikalischen Streicherakzenten immer wieder vom Gewaltigen ins noch stärkere Intime gezogen zu werden: Besser gespielt kann man sich diese einerseits mit tonaler Vertrautheit spielenden, andererseits wie schon bei Gershwin immer wieder diese Pfade in Richtung Neuer Musik verlassenden Stücke kaum vorstellen.

Das Saisonfazit könnte kaum besser ausfallen: Der neue Chefdirigent Garry Walker übernimmt ein durch viele neue Impulse in kurzer Zeit bereichertes Orchester und Publikum.

Quelle: Rhein-Zeitung am 15.05.2017, Autor: Claus Ambrosius

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