Staatsorchester Rheinische-Philharmonie Koblenz

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Pressespiegel

06.06.2017 // „Luxuriöse Zustände bei der Friday Night“

Gleich zwei Werke für Gitarrenquartett und Orchester, das kann einen Veranstalter schon in Verlegenheit bringen, erst recht, wenn er den Ehrgeiz hat, dafür gar acht Gitarristen aufzubieten. Es sei denn, dieser Veranstalter ist das Koblenz International Guitar Festival. Das leistet sich diesen Luxus bei der „Friday Night“ in der Rhein-Mosel-Halle. Schließlich können die Verantwortlichen auch im 25. Jahr des Festivals aus dem beinahe unerschöpflichen Pool von Gitarrenvirtuosen schöpfen.

Im ersten Werk namens „Landschaft mit Landschaft hinter dem Horizont“ – es stammt von der in Den Haag und Aachen lehrenden niederländischen Komponistin Cynthie van Eijden – bilden Hans Werner Huppertz, Johannes Monno, Thomas Müller-Pering und Olaf von Gonnisen das Quartett. Auf sie wartet eine ebenso reizvolle wie diffizile Aufgabe, der sie sich mit der Rheinischen Philharmonie stellen, die an diesem Abend von Niklas Willén geleitet wird. (…) Die Aufgabe ist diffizil, weil van Eijdens Werk in sich viele wieder stärker zum Tonalen, Melodischen tendierende Schichten und Facetten aufweist – eben wie eine gemalte Landschaft. Jedem „Pinselstrich“, jedem fast naturmalerischen Farbton Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und daraus trotzdem ein großes Ganzes zu formen, gelingt nicht völlig überzeugend. (…)

Dafür versetzt das zweite Werk des Abends für vier Gitarren – es spielen Franz Halász, Gerhard Reichenbach, Alexander Sergei Ramirez und Hubert Käppel – und Orchester das ohnehin begeisterungsfähige Festivalpublikum in einen wahren Beifallsrausch. Zu hören war Joaquin Rodrigos (…) „Concierto andaluz“. Auch die drei Sätze dieses Stücks sind Bilder einer Landschaft, der Andalusiens, mit all ihren Gegensätzen, ihrer Lebenslust, Leidenschaft und Schwermut, die besonders im mittleren, dem längsten Satz, zum Ausdruck kommt. Vor diesem Hintergrund funkelt das Finale prächtig im Flamenco-Stil, mit Sevillanas und Zapateados, bei denen die Gitarristen ihrem Temperament freien Lauf lassen können.

Landschaftlich folkloristisch eingefärbt ist passenderweise auch der orchestrale Rahmen der Friday Night mit Charles Villiers Stanfords Irischer Rhapsodie Nr. 1 d-Moll op. 78 und Hugo Alfvéns Schwedischer Rhapsodie Nr. 1 op. 19, der „Midsommarvaka“. Gespickt mit volksmusikalischen Zitaten sind alle beide, gleichwohl ist die Rhapsodie Stanfords zumindest stellenweise etwas dunkler und melancholischer, lyrischer ist sie zudem mit ihren gefühlvollen und schwelgerischen Motiven für Holzbläser und Streicher.

Dagegen versprüht Alfvéns Werk ungetrübte Mittsommernachtsfeierlust, wenn Klarinette und Flöte unbeschwert lostanzen. Da kann das Orchester, da kann auch Willén auf seinem Podest gar nicht anders, als bei diesem Tanzen mitzutun, zur Freude und zum Jubel der gesamten Halle. Da nordisch noch eins draufzusetzen, geht nur mit Edvard Griegs „In der Halle des Bergkönigs“.

Quelle: Rhein-Zeitung am 06.06.2017, Autor: Liselotte Sauer-Kaulbach

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